Die Belgier in Habsburgs Diensten

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Produktinformationen "Die Belgier in Habsburgs Diensten"

DIE BELGIER IN HABSBURGS DIENSTEN

Regimenter und Persönlichkeiten der Österreichischen Niederlande in der k. k. Armee 1756–1815

 Ab Ende November 2020 lieferbar!

 Über das Buch:

Hardcover mit Schutzumschlag, Fadenheftung, ca. 1200 Fotos und Abbildungen, gesamt 416 Seiten

Format: 29,5 × 26 cm

 

Autor

Prof. Dr. Bruno Colson, mit Unterstützung von Dr. Pierre Lierneux

 

Preis

€ 89,90

 

ISBN

978-3-903341-09-8 (Deutsch)

978-3-903341-10-4 (Englisch)

978-3-903341-11-1 (Französisch)

978-3-903341-12-8 (Holländisch)

 

 

Gewicht

3,5 kg

 

Inhalt

 

Die Erinnerung an die Belgier in der Armee der österreichischen Habsburger des 18. Jahrhunderts scheint völlig verloren gegangen zu sein, obwohl sie damals ein ungemein hohes Ansehen genossen und immerhin siebzehn Feldmarschälle und etwa fünfzig Generale stellten.

Die belgischen Einheiten wurden allgemein als „wallonisch“ bezeichnet und in den „Niederlanden“ rekrutiert. Es gab insgesamt fünf derartige Infanterieregimenter, mehrere Freikorps, ein Kavallerieregiment, Artillerie- und Pioniertruppen, kurz: die Keimzelle einer richtiggehenden nationalen Armee. Diese Einheiten bewährten sich während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) gegen die Preußen unter Friedrich II. Die österreichischen Siege u.a. von Kolin, Hochkirch, Domstadtl und Adelsbach waren maßgeblich auf sie zurückzuführen. Gegen das revolutionäre Frankreich waren die „National-Regimenter“ – wie sie in den Österreichischen Niederlanden genannt wurden – unter anderem in Neerwinden, Valenciennes, Fleurus, Würzburg, Stockach, Trebbia und Marengo im Einsatz. Von der glorifizierenden Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts einmal abgesehen, bestätigen auch die Archive und die Zeugnisse ihrer einstigen Gegner die Qualität und Professionalität der „Wallonen“.

Auch auf intellektueller Ebene leisteten die Belgier ihren Beitrag, was ebenfalls nur unzureichend anerkannt wurde. Prinz Charles-Joseph de Ligne war, wie man weiß, der wohl bedeutendste österreichische Militärtheoretiker des 18. Jahrhunderts, doch gab es neben ihm noch zahlreiche andere flämische, wallonische und Brüsseler Offiziere, die dank ihrer Fähigkeiten als Taktiker, Ingenieure, Zeichner und Kartographen in der kaiserlichen Armee tätig waren. Dies hing mit einer belgischen Besonderheit zusammen, nämlich dem hohen Bildungsniveau und dem materiellen Wohlstand der Niederlande innerhalb der vielen habsburgischen Besitzungen.

Dieses Buch stellt den Werdegang all dieser zu Unrecht vergessenen Männer auf eine völlig neue Art und Weise dar, die nicht nur auf Primärquellen beruht, sondern auch auf einer umfangreichen Ikonografie, die in dieser Vielfalt noch nie zu sehen war. Letztere ist umso kostbarer, als dass die österreichische Monarchie – anders als Frankreich – nicht zahllose „Schlachtengemälde“ in Auftrag gegeben hatte. Auch hat sie, anders als zum Beispiel Preußen, keinen großen Wert darauf gelegt, die alten Uniformen ihrer Armeen für die Nachwelt aufzubewahren. In den Sammlungen des belgischen Militärmuseums Musée Royal de l’Armée et d’Histoire Militaire in Brüssel findet sich jedoch zahlreiche materielle Zeugnisse, gedruckte und handschriftliche, aus dieser Zeit: Sie alle sind in diesem Buch zu sehen. Die Schlösser Belgiens, allen voran das von Belœil, gaben die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Familienschätze: Porträts, farbige Schlachtpläne, Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Uniformen. Die Universität von Namur besitzt in ihrer Bibliothek zwei Sammlungen mit alten Werken über Charles-Joseph de Ligne, den Feldmarschall und Schriftsteller. Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien hat sich mit anderen Einrichtungen in Österreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland zusammengetan, um dieses Buch zu einem wahren Katalog von Sammlerstücken und zur vollständigsten bildlichen Darstellung der mächtigen habsburgischen Armee von der zweiten Hälfte des 18. bis zum frühen 19. Jahrhunderts zu machen.

 

 

Der Autor:

Bruno Colson

Jahrgang 1957, ist ordentlicher Professor an der Universität Namur, wo er u. a. Kriegsgeschichte und Strategie lehrt. Er veröffentlichte L’Art de la guerre de Machiavel à Clausewitz dans les collections de la Bibliothèque universitaire Moretus Plantin im Verlag Presses universitaires de Namur (1999). Er hat sich auf die Untersuchung des militärischen Denkens von Prinz Charles-Joseph de Ligne spezialisiert, dessen Journal de la guerre de Sept Ans (Tagebuch aus dem Siebenjährigen Krieg) er zusammen mit Jeroom Vercruysse (Paris, 2008) veröffentlichte. Seine wichtigsten Veröffentlichungen behandeln die Napoleonischen Kriege: Le Général Rogniat, ingénieur et critique de Napoléon (Paris, 2006), Leipzig. La bataille des Nations, 16-19 octobre 1813 (Paris, 2013; Prix Premier Empire 2013 de la Fondation Napoléon), Clausewitz (Paris, 2016; Prix littéraire du Cercle royal gaulois, Brüssel, 2018). Sein Napoléon, De la guerre (Paris) wurde ins Englische (Oxford), Spanische (Madrid), Portugiesische (Rio de Janeiro) und Chinesische (Shanghai) übersetzt.


 

Mit Unterstützung von:

Pierre Lierneux

Jahrgang 1965, besuchte im Rahmen seines Studiums an der Katholischen Universität Löwen auch Kurse an der Königlichen Militärakademie (ERM). Kurator der Uniform- und Ausrüstungssammlungen am Musée royal de l’Armée (MRA) in Brüssel (1990–2000). Seine Doktorarbeit mit dem Titel „L’uniforme militaire dans les Pays-Bas méridionaux et en Belgique jusqu’en 1915. Histoire institutionnelle et approche économique“ erschien 2007. Als Leiter der museologischen Abteilung des MRA (eine der Stätten des War Heritage Institute) ist er heute ein von der ERM abgestellter Fachmann und zudem Mitglied der Königlichen Akademie der Schönen Künste Belgiens. Seine wichtigsten Veröffentlichungen: Die belgische Armee im Ersten Weltkrieg, 2 Bde., Wien, Verlag Militaria, 2015–2017 (auch auf Französisch, Niederländisch und Englisch erschienen); (mit N. Peeters und P. Jacquij) Lisolo na Bisu 1885-1960. „Our History“ – The Congolese Soldier of the „Force publique“, Brüssel, MRA, 2010; (mit V. Bras, G. Deploige, N. Peeters und P. Veldeman) Waterloo 1815-2015 – Europe Challenged. Objects and Uniforms of 1815 in the Royal Museum of the Armed Forces, Brüssel, MRA, 2015.

 

 

 

 

 

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